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Besonderes Buch

Das besondere Mölders-Buch

rev. Okt. 2017

Im Helios-Verlag ist das Buch “Jagdflieger Werner Mölders - Die Würde des Menschen reicht über den Tod hinaus” von Dr. Hermann Hagena erschienen, herausgegeben von den Mölders-Freunden Bonn. Der Titel wurde in Anlehnung an eine Äußerung des Generalinspekteurs der Bundeswehr (General Schneiderhan, 2007) gewählt. Der Volksbund deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. weist in seiner Einladung zum Volkstrauertag 2017 gleichlautend auf eine `besonders wichtige Regel seiner Arbeit´ hin, wonach eben “die Würde des Menschen über den Tod hinaus” gilt.  

Das Buch wird international angeboten. Die öffentliche Vorstellung fand am 13.03.2008 unter reger Beteiligung in Neuburg/Donau, Standort des Jagdgeschwaders 74, statt.

Ausgangspunkt der Diffamierung von Mölders und der Auseinandersetzungen über Traditionsbildung war die Ächtung der deutschen Legion Condor im Spanischen Bürgerkrieg (1936 - 39) durch eine linke Zufallsmehrheit im Deutschen Bundestag (1998). Diese Abgeordneten wollten - einmalig in der Nachkriegsgeschichte - pauschal allen Angehörigen einer Wehrmacht-Formation jegliches ehrendes Gedenken versagen; davon ist Mölders betroffen, der für einige Monate im Spanischen Bürgerkrieg eingesetzt war.

Hagena weist nach, dass es sich bei der Legion Condor um eine reguläre Truppe handelte und dass sie weder völkerrechtswidrig gekämpft, noch wie eine Soldateska gewütet hat - im Gegensatz zu den Parolen antifaschistischer Propaganda. Der als bloße Entschließung zustande gekommene und damit unverbindliche Bundestagsbeschluss, der von den Ministern Rühe (CDU) und Scharping (SPD) zunächst zurückgewiesen, von Minister Struck schließlich umgesetzt wurde (2005), hat keine moralische oder gar rechtliche  Grundlage. Die Umstände dieses Vorgehens werden von Hagena aufgeklärt. Die darauf fussende Bewertung der demokratischen Praxis und Qualität der politischen Auseinandersetzung unseres Landes besonders in den Jahren bis 2006, aber auch noch danach, konnte nur ernüchternd ausfallen. Das gleiche gilt für die Wahrung des Andenkens Verstorbener und den Umgang mit deren Nachfahren, sowie - das eigentliche Thema der MöldersInfo - die Entwicklung einer zeitgemäßen Tradition insbesondere für die Bundeswehr.

Im Buch wird auch das wegen seiner gewollten Einseitigkeit umstrittene Sondergutachten des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes über die Traditionswürdigkeit von Mölders abgedruckt. Das ist eine wertvolle Quelle, da es nach einer Intervention des Generalinspekteurs im Internet-Auftritt des MGFA nicht mehr zugänglich ist.

Das Buch ist sowohl Dossier der Vorgänge 2004/2005, als auch Streitschrift. Es enthält biographische Anteile, in denen die herausragende Persönlichkeit Mölders´ bereits erkennbar wird. Die etwas später erschienene, von Dr. Kurt Braatz verfasste ausführliche Biographie beschreibt, was zum Verständnis der Persönlichkeit nötig ist. Die Durchforstung der verfügbaren Quellen hat seither zu weiteren Erkenntnissen geführt, die auszugsweise in der MöldersInfo geschildert werden (beispielsweise Der Franzose).

Dr. Hagena hat für seine quellengestützte Arbeit viel Anerkennung gefunden. Das Ergebnis läßt erkennen, dass ursprünglich beabsichtigt war, die Tradition der Bundeswehr umfassender zu “bereinigen”. Die parteipolitisch und ideologisch motivierte Vorgehensweise wurde aufgrund massiver öffentlicher wie interner Proteste abgebrochen. Diesen Sachverhalt verbindet der Autor mit persönlichen Überlegungen zur Traditionsbildung.

Es sind zahlreiche Rezensionen des Buches erschienen. Eine Übersicht finden Sie unter diesem Link:

Rezensionen_zusammenfassung