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Glosse 1.16

Unvergessen

Der Spanische Bürgerkrieg 1936 - 1939 war die erste große Auseinandersetzung zwischen Sozialismus und Faschismus. Und die Linken haben verloren. Schnee von gestern?

Keineswegs. Im Hamburger Schanzenviertel, bekannte Basis extrem linker Gruppen, zieren Parolen mehrere Hauswände, beispielsweise “Die sozialistische Revolution von 1936 lebt.” Gemeint ist die Bildung der spanischen Volksfrontregierung vor 80 Jahren, mit der die nationalistische Konterrevolution und damit der Bürgerkrieg in Spanien ausgelöst wurden. Noch skeptisch, weil es nur um die Meinungsäußerung einiger Versprengter geht?

Ein genauerer Blick zurück: Der Sozialismus sowjetischer Prägung hatte immer, auch nach 1945, eine starke “antifaschistische” Komponente. Die ideologische Begründung lag in der angeblichen Gesetzmäßigkeit, dass der Kapitalismus - vereinfacht: der Westen - automatisch faschistische Strömungen und letztlich auch Herrschaftsverhältnisse hervorbringt. Noch 1989 war das in Ost-Berlin zu hören.

Sowjetunion, DDR vorbei und Russland irgendetwas, nur nicht alt-sozialistisch. Aber unsere Linke ist noch da. Fast, jedoch nicht ganz heimatlos, wie die Wahlergebnisse zeigen. Im Fall Mölders hat sie 1998 und 2004/5 noch einmal bewiesen, was sie im politischen Ränkespiel drauf hat, getragen von ihrem antifaschistischen Erbe.

Dieser identitätsstiftende “Erfolg” gegen die bürgerliche Gesellschaft im allgemeinen und die Bundeswehrtradition im besonderen soll nicht verloren gehen. Deshalb haben Ende 2015 linke Politiker und Pressestellen in einer konzertierten Aktion bei der Bundesregierung, direkt im Amtsbereich des Bundesministeriums der Verteidigung und bei Unterstützern der Mölders-Tradition nachgefragt, ob der Bundestagsbeschluss von 1998 auch wirklich. eingehalten wird. Wird er - soweit Minister Dr. Struck ihn umgesetzt hatte.

Aber die Geschichtsforschung ist weitergegangen: Das dem Beschluss zugrunde liegende Geschehen am 26. April 1937, der Luftangriff auf Guernica, war kein Flächenangriff, kein Terrorangriff und kein Kriegsvergehen. Und Werner Mölders, der daran ja auch nicht beteiligt war, ist als Mensch und Soldat vollständig rehabilitiert.

Ob linke Pragmatiker wie der inzwischen emeritierte Gysi oder Ministerpräsident Ramelow zu einer sachlichen Auseinandersetzung zum Thema bereit wären, weiß man nicht. Bei anderen Linken ist man gewiß - sie sind es nicht. So gibt es weiterhin genügend Sprayer, die irgendwo ihr Credo “Antifa” hinterlassen - nicht bloß im Schanzenviertel.