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Glosse 2.14

Bildungsmisere 1.0

Dokumentation im öffentlich-rechtlichen Fernsehen über die Kriegsverbrecherprozesse in Nürnberg (ab 1945): Gegen Ende gibt der Kommentator seine Meinung preis. Der Chefankläger könne wohl nicht zufrieden sein mit der Aufarbeitung der NS-Zeit durch diese Prozesse, aber immerhin dürfte in Zukunft kein Politiker oder General mehr sagen “Der Krieg ist die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln.”

Als ob es noch eines Beweises bedurfte, dass wir schlechten politischen Journalismus von ARD und ZDF nicht nur bezahlen müssen, sondern auch zu oft geboten bekommen!

Worum geht´s? Das Zitat stammt von Carl von Clausewitz aus seinem militärwissenschaftlichen Werk “Vom Kriege”.  Clausewitz gehört zu den preußischen Reformern Anfang des 19. Jahrhunderts. Sie sind Teil der deutschen Tradition und werden auch von der Bundeswehr als wesentlicher Teil ihrer Traditionspflege bezeichnet. Was hat Clausewitz gesagt und, wenn man Deutsch versteht, unmissverständlich ausgedrückt? Er fordert, dass ein Krieg politischen Zielen dienen muss, im Krieg das Primat der Politik gilt und eine Übertragung der politischen Verantwortung an die militärische Führung abzulehnen ist. Unser Verfassungsgericht hat auf dieser Linie Recht gesprochen und dies führte zu dem Begriff “Parlamentsarmee”, einem Wesensmerkmal der deutschen Streitkräfte.

Clausewitz ist bis heute modern; er hat ein Postulat mit “Ewigkeitswert” aufgestellt.